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Bestattungsrituale in unterschiedlichen Kulturen

Bestattungen gibt es überall auf der Welt, doch auf jedem unserer Kontinente und in jedem der dort befindlichen Länder gibt es die unterschiedlichsten Bestattungsrituale, der dort ansässigen Kulturen zu bestaunen. 

Damit Sie sehen, wie Bestattungen auch außerhalb unseres Landes vonstattengehen und welche Kulturen und Zeremonien es gibt, möchten wir Ihnen in diesem Artikel einige sehr interessante Bestattungsrituale anderer Kulturen vorstellen. 

Wir sind sicher, Sie werden über die ein oder anderen Bestattungsrituale staunen, also seien Sie gespannt. 

Ghana: Sargbestattung voller Fantasien

In Ghana finden die Sargbestattung auf eine ganz besondere Art und Weise statt. Denn hier gibt man sich nicht mit einer klassischen und normalen Holzkiste für die Sargbestattung zufrieden. 

Vielmehr werden hier die Särge auf unterschiedlichste Art bunt und fantasievoll verarbeitet bzw. lackiert. Der Sarg soll dabei das Leben des Toten widerspiegeln. Und so werden in Ghana tatsächlich Särge zu Fischen, Flaschen, Flugzeugen, Autos und vielen weiteren Gegenständen verarbeitet. 

China: Buchung von Traueranimateuren

Verstirbt in China ein Angehöriger, ist eine übliche Tradition, während der Trauerzeremonie zu weinen und zu schreien. Da verständlicherweise nicht alle Hinterbliebenen dazu in der Lage sind, diesem Bestattungsritual gerecht zu werden, weil sie der Tod selbst zu sehr belastet, werden sogenannte Traueranimateure gebucht. 

Die Traueranimateure sind ausschließlich dafür da, um dieses Ritual durchzuführen und die Trauergäste sowie Angehörigen dazu zu animieren, mitzuweinen und zu schreien. 

Indonesien: Begräbniszeremonie der Toraja

Auf der indonesischen Insel Sulawesi wird der Leichnam nach dem Tod einbalsamiert und im Haus des Verstorbenen aufbewahrt, bis die mehrtägigen Feierlichkeiten der Toraja durchgeführt werden. 

Dies kann tatsächlich bis zu mehrere Jahren dauern, denn solch ein Bestattungsritual ist für viele Familien eine große finanzielle Belastung, welche erst nach vielen Jahren gestemmt werden kann. Findet die Begräbniszeremonie statt, werden zahlreiche Wasserbüffel und Schweine geschlachtet. 

Die letzte Ruhestätte finden die Toten bei dieser Art der Bestattung mitten in einem Felsen. Die Gräber werden zuvor in den Felsen eingehauen, sodass der Tote dort bestattet werden kann. 

Indien: Seebestattung im Ganges

Tote im Hinduismus werden traditionell verbrannt. Die Asche wird im Anschluss, wie bei einer Seebestattung, im heiligen Fluss der Hindus - üblicherweise im Ganges - verstreut. 

Ein unschöner Nebeneffekt dieses Bestattungsritual ist, dass der Ganges leider bereits sehr verschmutzt ist. Durch die Seebestattungen der Verstorbenen nimmt die Verschmutzung weiterhin zu.

China: Himmelsbestattung in Tibet

Die Himmelsbestattung in Tibet wird seinem Namen allemal gerecht, denn tatsächlich werden die Toten bei diesem Bestattungsritual mit Gerste und Yakbutter eingerieben und im Anschluss in der Steppe den Geiern zum Fressen vorgesetzt. 

Dabei hat die Himmelsbestattung einen einfachen Grund. Denn in dieser Region ist eine Erdbestattung schlicht nicht möglich, weil der Großteil des Erdreichs aus Stein besteht. Die Himmelsbestattung kommt traditionell sogar aus der Mongolei, wird aber heutzutage vor allem in Tibet praktiziert. 

Japan: Bestattung nach buddhistischer Tradition

In Japan werden die Verstorbenen überwiegend nach buddhistischer Tradition beerdigt. Bei diesem Bestattungsritual wird der Leichnam vor der Beisetzung bzw. der Feuerbestattung gebadet und gewaschen. Außerdem wird der Tote mit einem weißen Kimono gekleidet und mit einem weißen Tuch zugedeckt. 

Um die bösen Geister fernzuhalten, erhalten die Toten zudem noch ein Messer oder Schwert, welches auf den Oberkörper gelegt wird. Wurde der Leichnam verbrannt, wird die Asche mittels Urne an die Angehörigen übergeben. 

Philippinen: Hängende Särge in Sagada

Ein sehr besonderes und interessantes Bestattungsritual sind die sogenannten “Hängenden Särge in Sagada”. Das Ritual, welches überwiegend auf den Philippinen zu bestaunen ist, ist auf die dort lebenden Igorots zurückzuführen. Aber auch das Volk Bo aus Südwestchina hat dieses Bestattungsritual genutzt. 

Grund für diese Art von Trauerzeremonie ist, dass die Völker die Toten nicht im Erdreich bestatten wollen, da sie der Meinung waren, dass dort die Seelen der Verstorbenen ersticken könnten. Aus diesem Grund wurden die Särge mitten in Felswänden platziert bzw. die Toten dort bestattet. 

USA: Bestattung mit Jazz-Musik

Seit dem 20. Jahrhundert werden im US-Bundesstaat Louisiana Bestattungszeremonien traditionell mit Jazz-Musik durchgeführt. Das Bestattungsritual wurde erstmals von der dort lebenden afroamerikanischen Bevölkerung durchgeführt und wird vor allem angewandt, wenn ein Musiker verstorben ist. Aber auch normale Bürger können in den Genuss dieser Zeremonie kommen. 

Während der Feierlichkeiten marschieren die Angehörigen vom Haus des Toten zum Friedhof. Sowohl der Marsch, als auch die Beisetzung wird von Jazz-Musik begleitet. Bei der Beisetzung selbst wird sogar zum Tanzen animiert. 

Madagaskar: Famadihana Umbettung

Die sogenannte Famadihana Umbettung zählt zu dem mit Abstand wichtigsten madagaskarschen Ahnenkult. Das Ungewöhnliche bei diesem Bestattungsritual: die Zeremonie findet erst nach der eigentlichen Bestattung statt. 

Sobald die Feierlichkeiten beginnen, werden die Toten aus ihren Gräbern gehoben und das gesamte Dorf tanzt mit ihnen. Hiermit soll den verstorbenen Respekt gezollt und die Vorfahren geehrt werden. Zudem werden die alten Seidentücher der Toten, gegen neue ausgetauscht. Das Ritual wird dabei von Livemusik und einem Festessen begleitet. 

Neuguinea: Bestattung der Dani (Fingeramputation)

In Neuguinea oder besser gesagt in West-Papua lebt das indigene Volk “Dani”. Bestattungen sind für dieses Volk eine Tradition und ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens. 

Ist ein Stammesmitglied verstorben, findet hier ein für viele schmerzhaftes und grauenhaftes Bestattungsritual statt. Denn den verwandten Frauen und Kindern des Verstorbenen werden hierbei die Finger amputiert. Dies soll ein Zeichen des Leidens darstellen und der Ehrung des Toten dienen. Glücklicherweise ist dieses Ritual heute in der Praxis verboten. 

Fußballbestattung

Wer wirklich ein eingefleischter Fußballfan seines Vereins war, möchte auch nach dem Tod mit seinem Club verbunden sein. Es mag ungewöhnlich klingen, jedoch wird dieses Bestattungsritual unter anderem in England regelmäßig durchgeführt. 

Ein professionelles Bestattungsinstitut veranstaltet diese Bestattung und kümmert sich um die aufwendige Dekoration im Stadion. Bei der Fußballbestattung wird der Verstorbene zuvor verbrannt. Im Anschluss kann die Asche entweder über dem “heiligen Rasen” verstreut oder hinter der Torlinie beigesetzt werden. 

Weltraumbestattung

Die Weltraumbestattung ist ein wirklich extravagantes und kostspieliges Bestattungsritual, was derzeit nur von der US-amerikanischen Firma Celestic durchgeführt wird. Der sogenannte “Memorial Spaceflight” kostet nämlich bis zu 25.000 €. Dabei wird die Asche des Verstorbenen in eine Kapsel gefüllt und im Anschluss mittels Rakete in den Weltraum transportiert. 

Fazit

Wie Sie sehen, gibt es neben den Bestattungsritualen, wie wir sie aus Deutschland/Europa kennen, noch viele andere Arten und Rituale, um sich von einem geliebten Menschen zu verabschieden. 
Auch wenn einige dieser Rituale für uns so in dieser Art und Weise nicht in Frage kommen würden, sind sie in anderen Kulturen gang und gäbe. Mit diesen wird der Verstorbene nicht nur verabschiedet, sondern ihm auch die letzte Ehre erwiesen.

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Ihr Tobias Messerschmidt

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